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SWD - Smart White Dwarf: Ultra Efficient, Lightning Fast and Green IT

Sprecher: Alfred Peisl
Slot: Mittwoch 11:15 - 12:15 Uhr
Raum: Hauptbühne
Alfred Peisl

Zusammenfassung:

Für Produktion und Planung werden in der Automobilindustrie täglich für sehr große Mengen von Fahrzeugaufträgen (Millionen) die Teilebedarfe (Milliarden) ermittelt. Das ist äußerst rechen- und speicherintensiv und passiert deswegen in nächtlichen Batchläufen unter massivem Ressourceneinsatz. Die umfangreichen Ergebnisse können größtenteils nur aggregiert gespeichert werden. Der Einsatz der SWD-Technologie schafft hier Abhilfe. SWD reduziert durch neue Verfahren Rechenzeit und Speicherbedarf um mehr als das Hundertfache, ermöglicht komplexe Ergebnisabfragen in Sekundenschnelle und eröffnet völlig neue Möglichkeiten für Planung, Simulation und Datenpflege.

Problemstellung:

Für die Planung werden „Orderpipelines“, die mehrere Jahre in die Zukunft reichen können, mit echten und virtuellen Aufträgen befüllt. Für die großen OEMs können die Orderpipelines bis zu 30 Millionen Aufträge umfassen. Für Planung und Simulation sollen die Teilbedarfe für die Orderpipelines künftig mehrfach täglich berechnet werden können. Um die für die Fahrzeugaufträge benötigten Teilebedarfe zu ermitteln, muss zuerst die riesige Gesamtstückliste ([1]) in hunderte fahrzeugtypspezifische Stücklisten zerlegt werden. Eine typspezifische Stückliste enthält zwischen 5.000 und 20.000 mögliche Teileverwendungen, inklusive mehrstufiger Baukästen. Pro Fahrzeugauftrag werden etwa 2.500 Teileverwendungen aus der typspezifischen Stückliste berechnet. Jede Teileverwendung besteht aus Teilenummer, Version, Konstruktionsgruppe, Verwendungsmenge und einer optionalen Regelreferenz ([2]). Allein die Bereitstellung der Daten für die eigentliche Bedarfsrechnung dauert in aktuellen Systemen bis zu einer Stunde, der eigentliche Rechenvorgang meist mehrere Stunden. Die gewaltige Menge der Einzelergebnisse wird größtenteils nur in aggregierter Form gespeichert und erlaubt deshalb nur wenige Arten der Auswertung und Weiterverwendung.

Lösung:

SWD nutzt die in den Daten vorhandene, natürliche Redundanz durch dynamische, hocheffiziente, aber strukturerhaltende Kodierungen. Dadurch kann der Speicherbedarf um mehr als das Hundertfache reduziert werden. Zudem entstehen durch die Kodierung „optimale Suchräume“ und Datenstrukturen, für welche die derzeit schnellsten Such- und Filterverfahren genutzt werden können. Die Ergebnisse müssen nicht mehr aggregiert werden und erlauben schnelle, flexible Auswertungen. SWD kann eine komplett vernetzte Objektwelt bestehend aus Millionen von Fahrzeugaufträgen, zugehörigen Stücklisten und Regeln und berechneten Teileverwendungen, in nur wenigen Sekunden „klonen“. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten für Datenpflege und Simulation. – So könnte die Datenpflege direkt in der Objektwelt erfolgen und im Rahmen einer nur wenige Sekunden dauernden „Clone-Transaktion“ eine versionierte Objektwelt für die Bedarfsrechnung geschaffen werden.



[1] Die Stückliste beschreibt aus Sicht der Produktion alle Teile, aus denen ein Produkt bestehen kann.

[2] Meist ein boolescher Ausdruck, welcher die Verwendung des Teils vom individuellen Inhalt des Fahrzeugauftrags abhängig macht.