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Meine Suche nach dem 3D-Apfelmännchen

Sprecher: Per Willenius
Slot: t.b.a.
Raum: t.b.a.
Per Willenius

Unter dem Titel verbirgt sich eine mathematische Problemstellung, die mich bereits seit meiner Jugend beschäftigt. Darüber handelt ein Drittel des Vortrags, die Geschichte ist spannend und verrät etwas über unsere Welt, also Mathematik, Menschen und Maschinen.

Da mit dieser Problemstellung auch ein Softwareprojekt verbunden ist, an dem seit fast 30 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt wird, lässt sich damit an einem praktischen Beispiel die Auswirkungen von Designentscheidungen über einen sehr langen Zeitraum demonstrieren. Ich konzentriere mich dabei vor allen auf Fragen der Nachhaltigkeit in der Softwareentwicklung, also Techniksuffizienz, Datensuffizienz und Nutzungssuffizienz. 30 Jahre sind lang genug, um bewerten zu können, welche Entscheidungen welchen Einfluss auf die Nachhaltigkeit hatten. Diese Erläuterungen bilden den zweiten Teil des Vortrags.

Im dritten Teil geht es um Code, insbesondere um die Eigenschaften von Code, die mehr oder weniger unabhängig von der verwendeten Programmiersprache sind. Das zu demonstrieren ist möglich, weil das im Titel des Vortrags angesprochene 3D-Apfelmännchen in einem kompakten Code definiert wird und die im Projekt entstandene Software diesen Code versteht. Manchmal passt der vollständige Code als Text auch in einen Tweet, wie z.B. hier: https://twitter.com/Gestaltlupe/status/967410194497130497 . An dieser Stelle kommen die Freunde des Live-Codings auf ihre Kosten. Es gibt Beispiele, wo demonstriert wird, wie schnell man sich beim Verständnis von Code verschätzen kann und „um die Ecke denken“-muss. Es wird gezeigt, dass manchmal auch um „das Ecke denken“ nicht ausreicht, weil das Verhalten des Codes unvorhersehbar ist. Auch das Laufzeitverhalten ist Thema und man kann „sehen“ wie sich Grenzen der Computerarchitektur auswirken, wie sie z.B. durch die Limitierung des double Zahlenformates gegeben ist.

Der Quellcode des Programmes liegt hier: https://github.com/trafassel/Gestaltlupe . Nähere Infos zum 3D-Apfelmännchen und warum ein paar Menschen immer noch danach suchen, werden in diesem Spiegel Artikel aus dem Jahr 2009 zusammengefasst: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/numerator-apfelmaennchen-erobert-die-dritte-dimension-a-669220.html . Die 15 Minuten Ruhm meiner Apfelmännchenforschung wurden unter https://orbittrap.ca/?p=1980aufgeschrieben. Eine wissenschaftliche Veröffentlichung die das Programm verwendet, findet man hier: https://pdfs.semanticscholar.org/2658/c9c6750455845e2e3566b875f672d1251d50.pdf .